Energieträger

Mit der Wahl des Energieträgers entscheiden Sie über die Kosten und die Umweltverträglichkeit Ihrer Heizungsanlage. Daher sollten wir genau überlegen, welcher Energieträger der Richtige für Sie ist!

Heizöl

Heizöl ist der Oberbegriff für verschiedene aus Erdöl gewonnene Brennstoffe. Man unterscheidet die verschiedenen Heizölarten nach ihrer Dichte, dem Schwefelgehalt und dem Verhältnis von Kohlenstoff und Wasserstoff. Von den Begriffen „leichtes und schweres Heizöl“ haben die meisten Menschen schon einmal gehört. Die Skala der nach ihrer Dichte unterteilten Heizöle wird in fünf verschiedene Arten differenziert:

  • EL = extra leicht,
  • L = leicht,
  • M = mittel,
  • S = schwer und
  • ES = extra schwer.

Bei den Sorten L & M handelt es sich um Teeröle, die äußerst selten verwendet werden. Die schweren Öle S & ES werden zumeist industriell genutzt. Zum Heizen eignet sich nur sogenanntes Heizöl EL (leichtes Heizöl, HEL abgekürzt). Dieses unterscheidet sich von anderen Sorten z.B. in seiner niedrigen Viskosität, die garantiert, dass eine ausreichende Zerstäubung an der Brennerdüse auch ohne Vorwärmung erreicht wird.
Eine weiteres für den Nutzer relevantes Merkmal ist die Spezifikation „schwefelarm“. Der Schwefelgehalt im Heizöl ist durch die DIN 51603-1 geregelt, dabei ist ein Schwefelanteil von maximal 1.000 mg/kg erlaubt. Als „schwefelarm“ gilt extra leichtes Heizöl ab einem Wert von höchstens 50 mg/kg. Schwefelarmes Heizöl ist besonders für den Einsatz von Brennwertanlagen geeignet.

Im Vergleich zum Erd- bzw. Flüssiggas ist Heizöl gemessen am Preis pro Kilowattstunde (kWh) günstig. Im Gegenzug ist jedoch Heizöl aufgrund der im Vergleich höheren CO² & Schwefelemissionen umweltschädlicher. Doch auch bei Heizölanlagen können wir die Umweltverträglichkeit verbessern, indem wir die Anlage zusätzlich durch Sonnenenergie unterstützen.

Erdgas

Jahrzehntelang waren die fossilen Brennstoffe wie z.B. Gas, Öl und Kohle der Standard. Kohle wird inzwischen aufgrund des im Vergleich zum Gas hohen CO² Ausstoßes immer seltener verwendet und in der Regel durch Gasheizungsanlagen ersetzt.  Dabei hat Erdgas den besonderen Vorteil, dass es nicht vor Ort gelagert werden muss und einfach über das vorhandene Erdgasnetz kontinuierlich bezugsfähig ist. Ein weiterer Faktor der hervorzuheben ist, ist die Tatsache, dass Erdgas sehr sauber verbrennt und daher deutlich umweltverträglicher ist als z.B. Heizöl. Aus diesem Grunde wird die Umrüstung auf Erdgas seit langem staatlich gefördert.

Bedenken sollten Sie aber bei Ihren Überlegungen das langfristig steigende Preisniveau bei den fossilen Brennstoffen. Vielen Kunden haben wir bereits mit erneuerbaren Energien geholfen, Ihre Energiekosten zu senken und dabei auch noch die Umwelt zu schonen. Daher bietet sich in vielen Fällen die solarthermische Unterstützung einer konventionellen Heizungsanlage an.

Flüssiggas

Für Gebiete, in denen eine Erdgasversorgung nicht möglich oder nicht vorhanden ist, gibt es Alternativen – Flüssiggas oder Heizöl. Flüssiggas und Heizöl sind die klassischen Alternativen zum Erdgas auf dem Gebiet der fossilen Brennstoffe, wenn es darum geht, netzunabhängig zu sein. Das bedeutet allerdings, dass der Energieträger am Nutzungsort gelagert werden muss. In logischer Konsequenz entfällt der Vorteil des kontinuierlichen Bezugs über das Erdgasnetz, denn Flüssiggas muss extra angeliefert und in speziellen Behältern gelagert werden. Der Vorteil von Flüssiggas gegenüber Heizöl ist, dass es deutlich sauberer und umweltschonender verbrennt. Negativ fällt allerdings ins Gewicht, dass die Bezugskosten teurer sind.
Geht man beim Flüssiggas von einem Preis pro Kilowattstunde (kWh) von durchschnittlich ca.7,5 ct/kWh aus, sind es beim Erdgas ca. 8,2 ct/kWh und beim Heizöl nur ca.5,7 ct/kWh
Auch auf Basis von Flüssiggas kann die Sonnenenergie zur Unterstützung der Heizungsanlage genutzt werden.

Wärmepumpenheizung

Mit Hilfe einer Wärmepumpenheizung wird der Umgebung (Luft, Grundwasser oder dem Erdreich) Wärmeenergie entzogen und über eine Wärmepumpe auf ein höheres Niveau angehoben. Dadurch kann die Umgebungsenergie zum Heizen bzw. Kühlen von Gebäuden nutzbar gemacht werden. Physikalisch arbeitet eine Wärmepumpenheizung ähnlich wie ein Kühlschrank. Der Kühlschrank entzieht dem Innenraum die Wärme und leitet sie nach außen ab. Eine Wärmepumpe entzieht die Umgebungswärme und leitet sie dem Innenraum zu.

Eine Wärmepumpenheizung lässt sich mit verschiedenen Wärmequellen betreiben, wobei zur Heizung von Gebäuden derzeit drei Anlagentypen von besonderer Bedeutung sind.

  1. Die erste Variante ist die sogenannte Erdwärmesonden-Anlage. Für die Erdwärme gilt die Faustregel, dass bereits ab einer Erdtiefe von ca. 10m die Temperatur ganzjährig konstant ist und sich so ideal nutzen lässt. Bei diesem Verfahren wird Solewasser mindestens 50m tief in die Erde gepumpt. Dabei wird das Solewasser erwärmt und über einen Wärmetauscher geleitet, der mittels Kompression ein Kühlmittel auf Temperaturen von ca. 55 - 80 Grad erhitzt. Über einen weiteren Wärmetauscher wird die entstandene Wärme in das Heizungssystem und den Wasserkreislauf des Gebäudes abgegeben.
    Die Leistung beträgt ca. 50 Watt pro Meter.
  2. Ein weiteres Verfahren ist der Einsatz von Erdwärmekollektoren. Dabei wird Solewasser durch horizontal verlegte Kollektoren, die in etwa 80 bis 180 cm Tiefe verlegt sind, gepumpt. Dabei wird das Solewasser erwärmt und zum Heizen nutzbar gemacht. Das System hat jedoch einen geringen Wirkungsgrad, ist allerdings meistens einfacher umzusetzen, da keine tiefen Bohrungen notwendig sind. Der Platzbedarf ist jedoch deutlich größer.
    Die Leistung beträgt ca. 20 Watt/ m².
  3. Das dritte Verfahren zur Heizung von Gebäuden ist die Luftwärmepumpe. Sie entzieht der Umgebungsluft Wärme und kann diese entweder zur Erwärmung von Heizung und Warmwasser nutzen oder die erwärmte Luft direkt über ein Lüftungssystem an das Gebäude weitergeben.

Der Vorteil bei der Nutzung von Umgebungswärme ist, dass dieses Verfahren im Prinzip überall und ganzjährig anwendbar ist. Zudem handelt es sich bei Umgebungswärme um einen vollkommen kostenlosen, sicheren und emissionsfreien Energieträger, den Sie im Sommer auch zum Kühlen Ihrer Gebäude nutzen können.

Solarenergie

Stellen Sie sich vor, Sie liegen in der Sonne, während die Solaranlage auf dem Dach Ihres Hauses kostenlos, die Heizungsanlage unterstützt und ganz nebenbei
das Warmwasser bereitstellt. Die Solarthermie wird in Mitteleuropa zumeist zur Unterstützung der Heizung und zur Warmwasserbereitung verwendet.
Mit Hilfe der Solarthermie können ca. 70% der Brauchwassermengen eines Haushaltes erwärmt werden. Dabei kann im Sommer meistens vollständig auf den Einsatz konventioneller Heizungsanlagen zur Warmwasserbereitung verzichtet werden.
Auf diese Weise kann die Solaranlage Ihre konventionelle Heizungsanlage unterstützen und entlasten. Das bedeutet für Sie: sinkende Energiekosten bei gleich bleibendem Komfort.
Der Bau von Solaranlagen wird außerdem staatlich gefördert.

Biomasse

Ebenfalls staatlich gefördert werden Energieträger aus Biomasse. Diese bestehen entweder aus nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Holzpellets) oder abgestorbenen Organismen (Pflanzen, Dung etc.) und werden entweder direkt verfeuert oder weiter in Biogas umgewandelt. Für Privatleute ist zumeist nur die sogenannte Holzpelletheizung von Interesse, da Biogasanlagen aufgrund ihrer Größe vorwiegend in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen und Holzschnitzelanlagen (zur Verfeuerung von Holzabfällen) meist nur für Waldbesitzer wirtschaftlich sinnvoll sind.

In Holzpelletanlagen werden industriell gefertigte Pellets (engl. Pressling oder Kügelchen) aus Holzabfällen verbrannt und zum Heizen genutzt. Der Vorteil dieser Anlagen liegt in Ihrer CO² Neutralität und in den günstigen Rohstoffkosten.
Demgegenüber stehen nachteilig jedoch die höheren Investitionskosten, die erforderliche Lagerhaltung der Pellets und anschließende Entsorgung der Asche.

Die Kosten der vorgestellten Energiequellen weichen stark voneinander ab, schauen Sie doch einfach mal nach, was Sie jährlich einsparen könnten.

 
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